Das Stressmodell

Unser Körper unter Stress: 

Hast du schon einmal bemerkt, dass eine Erkältung oft dann anklopft, wenn du gerade eine besonders anstrengende Zeit hinter dir hast?
Das ist kein Zufall.
Doch warum ist unser Immunsystem in Stressphasen so anfällig?

Die Antwort liegt in der genialen, aber unsichtbaren Steuerung unseres Körpers.

Stelle  dir einen Autopiloten vor, der unbemerkt im Hintergrund alle lebenswichtigen Funktionen regelt: Atmung, Herzschlag, Verdauung, Körpertemperatur.

Dieser Autopilot ist unser vegetatives Nervensystem.
Es sorgt rund um die Uhr dafür, dass alles reibungslos läuft, ohne dass wir bewusst darüber nachdenken müssen.

Wenn wir jedoch unter Stress stehen, muss dieser Autopilot Schwerstarbeit leisten.... Gesteuert werden diese Vorgänge zu einem wesentlichen Teil vom vegetativen Nervensystem. 

Gaspedal und Bremse: Wie unser Nervensystem auf Stress reagiert

 

 

Unser Körper wird von einem intelligenten Autopiloten gesteuert: dem vegetativen Nervensystem. Es regelt alles, ohne dass wir darüber nachdenken müssen – von unserem Herzschlag bis zur Verdauung. Dieser Autopilot hat zwei Haupt-Modi, die wie Gaspedal und Bremse in einem Auto funktionieren.

1. Der Sympathikus: Unser inneres Gaspedal

 

 

Der Sympathikus ist für Aktion, Leistung und die Reaktion auf Gefahr zuständig.
Er aktiviert den berühmten „Kampf-oder-Flucht“-Modus.
Wenn er das Steuer übernimmt, passiert Folgendes im Körper:

Höchstleistung wird aktiviert: Herzschlag, Atmung und Blutdruck erhöhen sich.

Muskeln spannen sich an: Wir sind bereit zu handeln – zu kämpfen oder zu fliehen.

Energie wird mobilisiert: Zucker und Fette werden als schnelle Treibstoffe freigesetzt.

Sinne werden geschärft: Unsere Aufmerksamkeit ist voll auf die potenzielle Bedrohung gerichtet.

Kurz gesagt:
Der Sympathikus sorgt dafür, dass wir in stressigen Momenten überleben können.

 

2. Der Parasympathikus: Unsere innere Bremse und das Ladesystem

Der Parasympathikus ist der Gegenspieler – er ist für Erholung, Regeneration und Verdauung zuständig. Sein wichtigster Vertreter und der Star der modernen Stressforschung ist der Vagusnerv.

Wenn der Parasympathikus aktiv ist, kann unser Körper entspannen und seine Akkus wieder aufladen:

 

Entspannung tritt ein: Herzfrequenz und Blutdruck sinken auf ein Ruheniveau.

Die Verdauung wird angeregt: Nährstoffe können optimal aufgenommen werden.

Das Immunsystem arbeitet auf Hochtouren: Es bekämpft Krankheitserreger.

Reparaturprozesse werden eingeleitet: Zellen werden erneuert und der Körper regeneriert sich.

 

 

Das Problem in unserer modernen Welt:

Chronischer Stress sorgt dafür, dass unser Fuß permanent auf dem Gaspedal (Sympathikus) steht.

Die Folge: Die Bremse (Parasympathikus) kommt kaum noch zum Einsatz. Wichtige Prozesse wie Verdauung, Immunabwehr und Regeneration werden dauerhaft vernachlässigt. Genau das macht uns auf lange Sicht anfällig für Krankheiten und kann zu Erschöpfungszuständen wie Burnout führen.

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