Das Stressmodell

Sicher haben Sie auch schon bemerkt, dass Sie in Zeiten besonderer Belastung anfälliger für Erkrankungen waren als zu anderen Zeiten. Aber warum?
An der Erhaltung unseres Körpers sind sehr viele Vorgänge gleichzeitig beteiligt, die – von unserem Bewusstsein weitgehend unbemerkt – in aller Stille ablaufen. Gesteuert werden diese Vorgänge zu einem wesentlichen Teil vom vegetativen Nervensystem. 

Das vegetative Nervensystem hat zwei Zweige:

Es besteht aus dem „sympathischen“ und dem „parasympathischen“ Nervensystem:

DER SYMPATHIKUS

ist für die Aktivität und für die Reaktion bei Gefahr (für die so genannte „Stressreaktion“) verantwortlich. Bei Gefahr sorgt er dafür, dass wir "zur Flucht" oder "kampffähig" sind: 

 

  • Muskelanspannung
  • Beschleunigung von Herzschlag und Blutdruck
  • Schnellere Atmung
  • Vermehrte Schweißabsonderung

DER PARASYMPATHIKUS

wird in Zeiten von hohem Stressauf Dauer verlangsamt, was sich für unseren Körper sehr ungünstig auswirkt:

 

  • Reduzierung der Verdauung
  • Verlangsamung der Immunabwehr
  • Verlangsamung von Reparaturprozessen im Körper
  • Reduzierung der Aufmerksamkeit auf das Bedrohliche

Wenn die Gefahr vorüber ist – oder allgemein in Phasen der Ruhe, wie zum Beispiel im Schlaf dominiert der Parasympathikus. Das Herz schlägt langsamer, der Atem beruhigt sich. Die Verdauung wird aktiviert, das Immunsystem arbeitet wieder. In Phasen der Dominanz des Parasympathikus sind ganz allgemein die Reparatur- und Aufbaukräfte aktiv.